Wo ist dieses nach Innen sehen

Tag 214

Wo ist dieses Nach-Innen-Sehen?

Kennst du das? Wenn sich um dich herum die Unannehmlichkeiten aufzutürmen beginnen, was sagt dir dein Therapeut? Lass los. Ja, genau! Aber wie genau soll das gehen?

 

Da stehst du, mitten in einer Beziehungskrise, und verstehst die Welt nicht mehr. "Lass los", höre ich dann immer. Ja klar, so einfach wie einen Teller fallen lassen – das verstehe ich. Aber den Trennungsschmerz? Wo ist der Knoten, den ich lösen soll? Wo ist der Knopf, den ich drücken kann?

 

Nachdem ich irgendwann die Nase voll hatte von diesen Psychospielen, die einfach nicht funktionieren wollten, wandte ich mich der spirituellen Seite zu. Vielleicht bin ich ja eine besonders harte Nuss, dachte ich. Aber auch da hieß es nur: "Geh in die Stille. Werde still." Doch in mir war nichts still. Es tobte und wütete in mir.

 

Und dann machte es irgendwann Klick. Diese Unruhe ist nicht falsch, sie ist einfach da. Der Schlüssel dazu ist uralt. Unser Freund am Kreuz hat ihn uns bereits gegeben: Die Energie der Liebe. Nicht die biochemische Angelegenheit unserer Hormone, sondern die echte, tiefe Liebe. Diese Energie will sich ausdehnen, wachsen und uns Freude bringen. Und das geht nur durch Teilen. Verrückt, oder? Wie kann etwas mehr werden, wenn man es teilt? Aber schau dir ein Lachen an – es steckt an und vermehrt sich.

 

Diese Energie ist überall, wie Sauerstoff. Sie ist über uns, hinter uns, um uns herum. Und mittendrin ist unser Denken, das oft wie eine löchrige Kiste wirkt. Diese Kiste atmet, sie lässt die Liebe durch, und manchmal verschließt sie sich ein wenig, vor allem, wenn wir große Probleme haben.

 

Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Kiste – unser Denken – nicht die Ursache unserer Probleme ist, sondern nur die Wirkung. Der eigentliche Ursprung liegt in unseren Gefühlen. Unser Fühlen, unser Gemütszustand, das ist der Impulsgeber für alles, was sich in unserem Leben zeigt.

 

Wenn du also merkst, dass sich wieder etwas Komisches in deinem Leben "aus-drückt", kannst du sagen: "Was habe ich mir da wieder Schönes erschaffen?" Es ist ein Zeichen dafür, dass dein Input – deine Gefühle – überdacht werden müssen.

 

Und hier wird es einfach: Ändere deinen Input, ändere deine Gefühle. Wenn dir ein wütender Partner begegnet, weißt du, dass du diese Wut in dir trägst. Ändere dein Fühlen und beobachte, wie sich alles um dich herum verändert.

 

Lass das Ego mal beiseite und erlaube dir, aus einem veränderten Gefühl heraus zu handeln. So wird es still in dir, ohne dass du "loslassen" musst. Das ist die himmlische Mechanik. Und das, mein Freund, ist das wahre Nach-Innen-Sehen.

Zurück
Zurück

Das Ego bebt

Weiter
Weiter

Die Funktion der Vernunft