Das Ding mit der Zeit
Tag 46
Da bin ich Spezialist darin: schnell noch dies, dann sofort das, wenn während dem Podcast sprechen Mails hereinbimmeln gleichzeitig rasch einen Blick drauf werfen…Multitask à gogo. Das Gegenteil auch noch, wenn so viel auf meinem Tisch liegt, dass ich aus lauter Überforderung bei Freunden in den Social-Media-Kanälen vorbeischaue und noch mehr Zeit verplempere.
Ohnmacht kommt auf. Ausgeliefert sein. Ja, das sind wir auch! Wir müssen akzeptieren, dass dieses Leben hier ein Leben des Dienens ist. Nicht im Sinne des Egos, des Verstandes. Das Ego sieht, wenn du gibst, dann hast du nachher weniger. Ja, da hat es recht. Doch das ist der falsche Blickwinkel. Das Leben ist eine vollständige Hingabe an diese universelle, kosmische Kraft.
Die Sonne hat dieses Problem für sich wunderbar gelöst. Sie wärmt dich genauso wie den Verbrecher. Es ist ihr egal. Sie liefert. Sie dient. Genauso sieht das die Energie selbst auch. Sie liefert. Ihre Wirkung interessiert sie nicht.
Weil sie kein Urteil fällen kann. Ganz im Gegensatz zum Ego. Und was ist das Ego genau? Es wirkt abstrakt. Oder hast du ein Ego schon mal gesehen, wie es an dir vorbeispaziert ist? Oder in deinem Körper irgendwo hockt und sein Unwesen treibt? Es ist nichts, weil es lediglich ein Gedanke ist.
Hast du einen Gedanken aufgeschnappt, wird dir das Ego eine Lösung anbieten. Und zwar möglichst energiesparend. Seine Devise: „bleib lieber in deinem Müll sitzen. Auch wenn es schmerzt. Doch ich weiss wenigstens was zu tun ist und muss nichts neues erfinden.“ Sehr effizient.
Zeit entsteht in dem Moment, wenn ein Gedanke entsteht. Jeder Gedanke ist eine Begrenzung. Weil du ihn ja fassen kannst. Er hat eine Form. Sobald du Form hast, hast du auch Zeit. Geburt und Tod. Immer.
Schuldgefühle erhalten die Zeit. Sie erzeugen Vergeltungs- oder Verlassenheitsängste und sorgen auf diese Weise dafür, dass die Zukunft so sein wird wie die Vergangenheit. Ja, bitte, lass dir dies auf der Zunge zergehen.
Die Zeit gibt dem Ego das falsche Gefühl der Sicherheit, weil es glaubt, dass du ihm dadurch nicht entrinnen kannst. Doch du kannst dies und musst das auch. Diese universelle Energie der Liebe, diese kosmische Kraft schenkt dir die Kontinuität der Ewigkeit im Tausch dafür.
In der Ewigkeit, das ist dort, wo nie etwas geschieht. Da ändert sich nichts. Da ist Ruhe. Da ist Stille. Da ist Frieden. Da ist Glück. Da ist Freude. Das ist wahre Spiritualität, dass du deinen Geist darin schulst, die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Alles ist Ausdruck dieser Energie, so wie es am Beispiel der Sonne ist.
Wir sind da etwas aus der Übung geraten. Damit du üben kannst, habe ich diesem Thema den Podcast mit Tag 46 gewidmet.